Seit die Finanzkrise auf der ganzen Welt wütet, ist die Sicherheit von Finanzanlagen wieder mehr in den Blickpunkt geraten. Bisher hatte man das Gefühl, dass es nur darum geht, am Jahresende mit seinem angelegten Vermögen die höchste Rendite zu erzielen – komme was wolle. Die rapiden Kurseinbrüche an den Weltbörsen und die damit verbundene Vernichtung von Kapital in Milliardenhöhe haben den Anlegern jedoch relativ schmerzlich vor Augen geführt, dass bei einer Kapitalanlage eben nicht nur die Rendite, sondern darüber hinaus noch zwei, drei andere Kriterien von Bedeutung sind. So wie zum Beispiel der Sicherheitsaspekt.
In der momentanen Situation verwundert es daher kaum, dass Finanzprodukte mit hoher Sicherheit wieder ganz oben auf der Wunschliste der Verbraucher und Anleger stehen. Solche Finanzanlagen sind unter anderem:
- Tagesgeld
- Festgeld
- Sparkonten
- Sparbriefe
- staatliche Wertpapiere (Bundesschatzbriefe, Tagesanleihe, Bundesanleihen und -obligationen)
Plötzlich ist es für die Anleger auch überhaupt nicht mehr so unerheblich, bei welcher Bank das Geld angelegt wird. Früher war es diejenige, die die beste Verzinsung bot. Heutzutage wird dann doch noch einmal genauer geschaut, welche Sicherungsmechanismen das Kreditinstitut für den Krisenfall zu bieten hat. Gerade die bislang eher belächelten öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute, wie Sparkassen oder Volksbanken, erleben in den letzten Wochen einen Zustrom von frischem Geld, den sie schon seit Jahren nicht mehr zu verzeichnen hatten.
Der Hintergrund für diesen Ansturm ist vollständige Absicherung der Kundeneinlagen durch das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe bzw. des genossenschaftlichen Finanzverbundes. Davon unabhängig gibt es in Deutschland eine gesetzliche Einlagensicherung, der sich jede in Deutschland ansässige Geschäftsbank zu unterwerfen hat. Dieser Mechanismus sichert zumindest Einlagen von 20.000 Euro je Bankkunde ab. Für Guthaben die darüber hinaus gehen haben die Privatbanken eigene Sicherungsfonds eingerichtet, so dass sich der Kunde selbst bei diesen Kreditinstituten eigentlich keine Sorgen um sein Erspartes machen muss.
Neben den oben genannten Möglichkeiten, sein Geld sicher anzulegen, erleben auch einige Finanzprodukte derzeit einen Aufschwung von denen man es eigentlich nicht unbedingt erwarten konnte, so zum Beispiel Sachanlagen wie Gold. Begünstigt durch die Gesetzesänderungen im Bereich der Altersvorsorge und die Einführung der Regelungen zur Abgeltungssteuer sind in Deutschland zwei weitere Anlageformen wieder stark im kommen: das Bausparen und die klassische Lebensversicherung. Auf Grund gesetzlicher Beschränkungen zum Beispiel durch das Bausparkassengesetz sind bei diesen Finanzprodukten nämlich nur sichere Anlageformen zur Investition erlaubt.
Es ist schon erstaunlich, dass erst eine weltweite Finanzkrise kommen musste, um den Menschen wieder vor Augen zu führen, dass es sich lohnt neben dem Ertrag auch die Risikoseite einer Anlagemöglichkeit wieder mehr in den Blickpunkt zu rücken. Wir alle dürfen gespannt sein, wie lange es dauern wird, bis sich die Banken von dem Schock erholen und wieder damit beginnen, neue Finanzprodukte zu erfinden, die Risiken kaschieren und dem Kunden hohe Renditen versprechen.

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