Die neue Steueridentifikationsnummer – Fluch oder Segen?

Haben Sie Ihre neue Steueridentifikationsnummer auch bereits bekommen? Wenn nicht, dann dürfte das wohl innerhalb der nächsten Wochen geschehen, denn das Bundeszentralamt für Steuern ist gerade dabei, etwa 80 Millionen Briefe an die Bundesbürger zu versenden. Die neue Steuernummer wird ein Leben lang gelten und die alte, bisherig geltende Steuernumer immer weiter ersetzen. Der Staat erhofft sich so weniger Probleme mit Steuerhinterziehern sowie Verbesserungen bei der Abrechnung innerhalb der Finanzverwaltung.

Unter anderem soll in den nächsten Jahren auf der Grundlage der neuen Identifikationsnummer die elektronische Lohnsteuerkarte eingeführt werden und damit endlich auch bei uns das zur Normalität werden, was in unseren Nachbarländern längst Gang und Gäbe ist. In Österreich beispielsweise müssen sich Angestellte um die Übermittlung ihrer lohnbezogenen Daten an das Finanzamt im Rahmen der Einkommenssteuererklärung nicht mehr selbst kümmern, das übernehmen die Betriebe, denn Lohnsteuerkarten in Pappform gibt es bei den Ösis schon längst nicht mehr.

Ob die neue Steueridentifikationsnummer tatsächlich innerhalb der Finanzverwaltungen dafür sorgen wird, dass weniger Akten verschwinden und der Steuerzahler in jedem Fall, zu jeder Zeit eindeutig wiedergefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Zumindest erhofft man sich, so einige der schwarzen Schafe zu entlarven, die durch die langsame Geschwindigkeit mit der die Amtsmühlen bislang mahlen, ungeschoren davongekommen sind.

So soll es beispielsweise bald einfacher sein, Erträge aus Renten- oder Lebensversicherungen einzelnen Steuerzahlern zuzuordnen. Normalerweise müssen diese nämlich an das Bundeszentralamt für Steuern gemeldet werden. Doch kaum ein Bürger tut das bislang, nicht mal aus Boshaftigkeit, sondern wohl eher aus Unwissenheit. Vor allem Rentner, die viele Zahlungen erhalten, dies aber bislang verschwiegen haben, könnten also bald Schwierigkeiten mit dem Fiskus bekommen.

Die neue Steuernumer wird zufällig ermittelt und soll keine Rückschlüsse auf die dahinterstehenden Person zulassen. Mit der Nummer werden bei den Finanzbehörden einige sensible Daten gleich mitgespeichert, wie z.B. Name, Adresse, Geburtstag, Geburtsort, akademischer Grad, Geschlecht und zuständiges Finanzamt. Später sollen noch Merkmale wie Religion, Steuerklasse, Freibeträge oder ob der Betreffende verheiratet ist mit eingetragen werden. Kein Wunder, dass dies den Datenschützern nicht wirklich gefällt. Sie befürchten, dass die neue Datenflut nicht sachgerecht gespeichert und verwendet werden könnte. In Amerika muss die Steuer-ID beispielsweise in vielen Formularen auch außerhalb des Steuerbereichs angegeben werden und entwickelt sich immer mehr zu einer Art Personenkennzeichen.

Soweit ist es hierzulande noch nicht. Die neue Numer soll erstmal nur für den Schriftverkehr mit den Finanzbehörden verwendet werden. Bei der Einkommenssteuer gelten die alte und die neue Steuernummer zunächst parallel weiter. Zusätzliche Steuernummern, wie die für Unternehmen oder die Kfz-Steuer bleiben ebenfalls weiterhin gültig. Später sollen diese Bereiche ebenfalls in das neue System mit einbezogen werden. Inwieweit die neue Steueridentifikationsnummer tatsächlich Verbesserungen für den einzelnen Steuerzahler bringen wird, lässt sich erst sagen, wenn konkrete Veränderungen, wie die elektronische Lohnsteuerabrechnung durchgesetzt werden. Bis dahin werden aber sicher noch einige Monate vergehen, in denen alles beim alten bleibt.

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