In einer umfangreichen Studie wurde vor kurzem herausgefunden, dass die Best Agers (50- bis 69-Jährige) ein großes Interesse an Finanzdienstleistungen und Versicherungen haben. Dabei achten sie überdurchschnittlich stark auf Qualität und möchten gerne aktiv in die Altersvorsorge oder vermögensbildende Versicherungen investieren. Zu spät ist es dafür definitv nicht, denn in einer alternden Gesellschaft ist private Vorsorge notwendiger denn je. Bei vielen Menschen wird künftig die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen. Dessen sind sich die meisten bewusst, haben sich aber aus den verschiedensten Gründen bislang noch nicht intensiver mit dem Thema auseinander gesetzt. Jetzt versuchen sie bis zur Rente mit den richtigen Finanzanlagen verlorene Zeit wettzumachen oder wollen einfach nur Ordnung in ihre Finanzen bringen.
Mit 50 Jahren sind in der Regel die Kinder volljährig, beruflich sind die Weichen für die Zukunft gestellt, größere finanzielle Verpflichtungen bestehen meist nicht, Immobilien oder andere Schulden sind abbezahlt – genügend Zeit also, sich etwas intensiver mit der eigenen Vorsorge zu beschäftigen. Doch wie sollte die idealerweise aussehen? Wer mit 50 erst mit dem Vermögensaufbau beginnt, kann durchaus auch noch risikoreichere Anlagen wie Aktien oder Aktienfonds mit in Betracht ziehen. Je näher es dann in Richtung eigener Ruhestand geht, sollten die Kapitalanlagen dann aber doch hin zu sicheren Anlageformen wie festverzinslichen Wertpapieren umgeschichtet werden.
Vorsorgexperten empfehlen für solch einen mittleren Anlagehoriziont bis zum Rentenbeginn am besten eine Mischung aus sicheren Anlageformen (wie festverzinsliche Wertpapiere des Bundes) und etwas riskanteren Papieren, die dafür überdurchschnittliche Ertragschancen bieten (wie z.B. Aktien oder Aktienfonds). Generell ist es in den besten Jahren nicht mehr ganz so egal, was man für die Altersvorsorge tut, Hauptsache man tut irgendetwas, da die Zeit bis zum Rentenalter immer geringer wird. Aus diesem Grund ist es wichtig nicht einfach blindlings vorzusorgen, sondern möglichst strategisch vorzugehen, auch im Hinblick auf eventuelle erbschaftssteuerliche Aspekte. Das bedeutet jedoch nicht, dass man deshalb auf die Standardformen der Altersvorsorge wie die staatlich geförderte Riester-Rente komplett verzichten sollte. Im Gegenteil – in den meisten Fällen ist diese Vorsorgevariante immer noch absolut lohnend. Wichtig ist jedoch, nicht blindlings nach Schema F vorzugehen, sondern eine ganz eigene Vorsorgestrategie zu entwickeln. Diese beinhaltet beispielsweise immer eine Überprüfung der eigenen Risikoneigung und vorhandenen finanziellen Möglichkeiten, am besten zusammen mit einem unabhängigen Finanzberater.
Wer kurz vor dem Ruhestand steht und plötzlich viel Geld zur Verfügung hat, z.B. weil er eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen hat oder finanzielle Verpflichtungen weggefallen sind, der kann dieses Geld als Einmalbetrag in eine private Rentenversicherung investieren (Stichwort: Sofortrente) und davon mit lebenslangen Rentenzahlungen profitieren. Dies ist auch unter steuerlichen Gesichtspunkten sinnvoll, denn eine private Rente ist nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig.
Zusammengefasst noch einmal unsere Hinweise und Tipps:
- Bestandsaufnahme des vorhandenen Vermögens und dessen bisherige Aufteilung auf verschiedene Anlageformen
- Formulierung einer klaren Vorsorgestrategie, die die persönliche Risikofreudigkeit berücksichtigt (das gilt insbesondere, wenn finanzielle Entscheidungen bisher eher unsystematisch getroffen wurden)
- Prüfung staatlicher Fördermöglichkeiten, z.B. mit der Riester-Rente oder der Rürup-Rente
- Bei nahem Rentenbeginn unbedingt Risiken minimieren
- Steuerliche Gesichtspunkte (z.B. Abgeltungssteuer, Erbschaftssteuer) berücksichtigen
Zwar können selbst bequeme Sparer, die sich nicht regelmäßig um ihr Geld kümmern mit einzelnen Finanzanlagen ihre Rente etwas aufbessern, vermutlich wird diese dann aber ingesamt nicht so hoch ausfallen wie bei denjenigen, die sich aktiv und strategisch um ihre Vorsorge kümmern. Es lohnt sich also in jedem Fall, etwas für die Altersvorsorge zu tun!

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